Wie ich heute NICHT nach Hattingen fuhr

Heute wollte ich nach Hattingen. Notmalerweise fährt man zunächst zum Bahnhof Gelsenkirchen. Meisten mach ich das mit der Linie 383, weil ich zu dieser Zeit nach alle 10 Minuten fährt, und die Haltestelle nur 2-3 von mir entfernt ist.

Alternativ könnte ich auch die 382 nehmen, aber der Bus fährt nur alle 30 Minuten, und die Haltestelle ist einige Meter weiter.

Es gibt auch noch die Linie 388, die fährt auch nur alle 30 Minuten, und bis zur Haltestelle ist es noch etwas weiter, aber immerhin befindet sich die Haltestelle schon in Richtung Bahnhof.

Wenn ich also mit dem Rollstuhl direkt Richtung Bahnhof fahre, dann komme ich an dieser Haltestelle vorbei.

Heute fuhr ich mit dem Rollstuhl in Richtung Bahnhof. An der Haltestelle der 388 sah ich dann, dass ich noch 20 Minuten auf den Bus warten müsste. Bis dahin bin ich auch schon am Bahnhof, wenn ich mit dem Rollstuhl direkt fahre.

Wenn die Aufzüge funktionieren und Busse und Züge fahren, dann ist das auch kein Problem. Dann fahre ich mit einem der Züge nach Essen, und von Essen mit der S3 nach Hattingen. Das Ganze ist dann in ca. 1 Stunde erledigt. Heute gab es gleich 2-3 Probleme.

Zur Zeit fahren keine Züge von Gelsenkirchen nach Essen. Nur ein Schienenersatzverkehr gibt es, der natürlich wesentlich länger unterwegs ist. Zum Glück gibt es da noch eine Alternative. Ich kann mit der Linie 194 nach Essen-Stelle fahren, und dort in die S3 nach Hattingen umsteigen. Klarer Fall, dass ich das favorisierte.

Ich fuhr also Richtung Bahnhof, als mir einfiel, dass der Aufzug am Bahnhof, zum Busbahnhof kaputt ist, und ich dort ja in den Bus nach Essen umsteigen wollte. Ohne Aufzug komme ich da aber nicht zu den Bussen. Also fuhr ich nur bis zum Machensplatz und nutzte ab dort für eine Haltestelle einen Bus. Die 348 könnte das gewesen sein. So kam ich ohne Aufzug zum Busbahnhof. Runter kam ich jetzt zwar nicht mehr, aber da kein Zug fuhr, war das auch nicht notwendig.

Ich fuhr rückwärts aus dem Bus, und verlor dabei mal wieder mein Portemonnaie. Ich bemerkte das nicht, aber eine Frau bekam das mit, hob es wieder auf, und gab es mir. Glück gehabt.

Dann fuhr ich zur Haltestelle von der 194. Der Bus sollte in 7 Minuten abfahren, war aber noch nicht da. Die 7 Minuten vergingen, und der Bus kam auch nicht. Nach weiteren 3 Minuten kam die Anzeige, dass der nächste Bus nach Steele in 17 Minuten abfahren würde.

Sicherheitshalber sah ich im Handy nach. Die App zeigte ebenfalls an, dass der Bus in 17 Minuten abfahren würde. Es gab sogar den Hinweis VERMUTLICH PÜNKTLICH. Das war ja schön, wunderte mich aber schon, denn wenn ein Bus ausfällt, dann ist der nächste Bzs nur selten pünktlich.

Außerdem wunderte es mich, dass es dort noch ein rotes Warndreieck gab. Sah man sich das genauer an, und sagte das aus, dass es bei der EVAG eine Betriebsstörung gab.

Was stimmte denn nun, Betriebsstörung oder pünktlich?

Ich wartete also weitere 30 Minuten in der Kälte und im Regen, ohne dass die 194 kam. Inzwischen machte es nur noch wenig Sinn, auf die 194 nach Essen-Stelle zu warten, denn selbst wenn nun der 3. Bus tatsächlich mal kommen sollte, und vielleicht sogar pünktlich sein sollte, konnte ich mir Hattingen abschminken.

Hunger hatte ich inzwischen auch, aber ich konnte den Busbahnhof nicht verlassen, weil der Aufzug ja kaputt war. Ich fuhr dann mit der 383 nach Hause, ohne in Hattingen gewesen zu sein, und hatte mal wieder 1,5 Stunden Lebenszeit für nichts und wieder nichts vergeudet., und kalt und nass war ich natürlich auch noch.

Ach ja, in der letzten Woche habe ich noch einen Beschluss des Sozialgerichts Gelsenkirchen erhalten. Dort wollte man mir erklären, dass man als Behinderter, besonders als Rollstuhlfahrer, ganz prima mit Bus und Bahn fahren könnte.

Nun ja, vielleicht bin ich ja nicht nur körperlich behindert, sondern auch noch geistig. Vielleicht bin ich ja einfach nur zu doof für den ÖPNV. Zumindest glaube ich das jetzt, seitdem mir der Richter mitgeteilt hat, ich bräuchte mit meinem Rollstuhl keinen Behindertentransport/Rollstuhltranssport, sondern könnte einfach ein Großraumtaxi benutzen. Für dumme Behinderte, wie mich, stellt sich da die Frage, wie man mit einem Elektrorollstuhl überhaupt in ein Großraumtaxi kommen soll, denn immerhin wiegen Elektrorollsuhl und ich ca. 250 kg. Sollte man den Elektrorollstuhl dann doch irgendwie in den Kofferraum bekommen haben, wie macht man dann bloß wieder die Tür zu?

Bin schon gespannt, welche Lösung mit der Richter da anbieten kann, immerhin hat der nicht nur studiert, sondern sogar einen Doktor-Titel.

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